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Momlife Blog

So bereite ich meinen Sohn auf den Nachwuchs vor…

5. Juli 2017

Ja, ja, da hat man das erste Kind soweit, dass es im eigenen Bett und durchschläft und endlich mal ohne schlechtes Gewissen ein Wochenende bei Oma und Opa bleiben kann, da beschließt man nochmal von vorn anzufangen und ein zweites zu bekommen. Ich weiß auch nicht, muss was Genetisches sein, denn die Vernunft sagt, besonders wenn das erste so “herausfordernd” wie unseres war, das eins doch eigentlich reicht. Naja, jetzt ist die Prinzessin unterwegs und wir freuen uns riesig auf mein Mini-Me, da warnt das Umfeld natürlich davor, wie viel schrecklicher alles mit dem zweiten ist…

In unserem Umfeld sind wir diejenigen, die sich erst “relativ spät” für ein zweites Kind entschieden haben, also haben viele unserer Bekannten einen kleinen Vorsprung von ungefähr einem bis eineinhalb Jahren. Unsere Sohn wird viereinhalb sein, wenn sein Schwesterchen kommt. Die meisten Kinder in unserem Umfeld waren deutlich jünger, so zwischen zweieinhalb und drei Jahren, als ihr Geschwisterchen kam. Es gab bei allen die “üblichen Probleme”: Rückschritte beim Thema Töpfchen und Windeln, im eigenen Bett schlafen und natürlich das Thema Eifersucht. Nachdem man sich also beim ersten Kind schon Horrorstorys anhören musste, wie anstrengend und kräftezehrend das alles werden wird, scheint das zweite dem Ganzen noch eine Schippe draufzusetzten. Oje!

Es war uns also relativ schnell klar, das unser kleiner Prinz früh und sorgsam auf sein Geschwisterchen vorbereitet werden sollte, um den Übergang möglichst angenehm für ihn (und uns) zu gestalten.Ich muss vorwegnehmen, dass ich derzeit in der 37. Woche schwanger bin und noch keine Ahnung habe, wie das alles funktionieren wird, aber so war/ ist der Plan:

  1. Wir haben ihn von (fast) Anfang an eingeweiht. Das heißt, er wusste mit als erstes, dass wir ein Baby erwarten. Wir wollten ihm einfach soviel Zeit wie möglich geben, um sich auf den Nachwuchs vorzubereiten. Er kam auch mit zu Frauenarztbesuchen, bei denen er auf dem Ultraschall sein Geschwisterchen “winken” sah.
  2. Er bekam “wertvolle” großer Bruder-Aufgaben. Er war zum Beispiel derjenige, der verkünden durfte, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird. Dafür haben wir meine Ärtzin gebeten, den Befund auf einen Zettel zu schreiben. Anschließend haben wir damals bei Dunkin Donuts eine Box bestellt, in die die Angestellten einen Donut in blau oder pink gelegt haben, ohne dass wir wussten was es wird. Unser Sohn war derjenige, der die Box öffnen und somit das Geschlecht verraten durfte.
  3. Er darf mit entscheiden. Er ist Teil der Familie und hat somit auch ein gewisses Mitspracherecht. So hat er geholfen Möbel für ihr Zimmer auszusuchen, durfte seinen Senf bei der Namenswahl dazugeben oder ihre Kleidung fürs Krankenhaus mit passender Schleife wählen.
  4. Er muss nichts, er kann. Viele Eltern raten dazu das erste Kind miteinzubeziehen und ihm Verantwortung zu übertragen: Windeln holen, Vorsingen, mal kurz aufpassen. Alles Sachen, die die großen Geschwister übernehmen können. Grundsätzlich halte auch ich das für eine gute Idee. Mir fiel jedoch schnell auf wie einige Leute es mit der ihm auferlegten Verantwortung übertrieben. “Du bist dann der große Bruder und musst…” Ich finde, er muss garnichts. Als Deutschlehrerin bin ich mit Sprache vielleicht empfindlich, aber ich bin ein Freund von “Du kannst…” oder “Ich fände es schön, wenn du…” etc. Wenn er mir mal nicht zur Hand gehen, sondern lieber Eisenbahn spielen will, ist das auch völlig okay, und das habe ich ihm auch so gesagt.
  5. Er bekommt auch etwas Neues. Anfangs kauft man ja Produkte, die das erste Kind nicht besonders interessant findet: Stillkissen, Babykleidung etc. Aber spätestens, als das Bett und etwas Deko für das Zimmer gekauft wurden, fühlte sich unser Sohn benachteiligt. Glücklicherweise war es auch für ihn Zeit für ein neues Bett und wir fanden zufällig eins in der Ikea Fundgrube. Diesbezüglich war er also schon mal etwas friedlicher und wollte es sich nicht ständig im Babybett bequem machen. Zugegeben keine Lösung für jeden. Aber hier und da auch etwas Neues für das Zimmer des ersten Kindes besorgen oder umgestalten, kann glaube ich jeder, egal wie es grad im Geldbeutel aussieht.
  6. Ein Willkommengeschenk besorgen. Ein Tipp, den wir von  einigen Eltern bekommen haben, ist ein Geschenk sowohl vom ersten für das zweite Kind, als auch anders herum zu besorgen. Mein Sohn suchte also ein Hello Kitty Babyspielzeug (natürlich in Autoform) für seine Schwester aus und er hat sich auch etwas von ihr gewünscht. Die Übergabe erfolgt dann beim ersten Kennenlernen und sorgt hoffentlich für Begeisterung.
  7. Liebe und Bestätigung. Der wohl wichtigste Punkt ist wahrscheinlich das erste Kind mit Liebe zu überschütten und es wissen zu lassen, dass man es wertschätzt und bedingungslos liebt. So entstehen hoffentlich garnicht erst Unsicherheiten, was die Zuneigung der Eltern ihm gegenüber angeht.

Ob diese Vorbereitung dann tatsächlich helfen wird, wird sich zeigen. Wir haben natürlich eine Vorstellung davon, wie wir die Sache nach der Geburt angehen wollen, lassen es aber größtenteils auf uns zukommen. Insgesamt glauben wir aber, dass wir die Situation gut meistern werden. Ich halte Euch dann auf dem Laufenden.

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